Theater: Mein Körper gehört mir

 
Das Theaterprojekt „Mein Körper gehört mir“ wurde an der Von-Galen-Schule als Präventionsmaßnahme zum Schutz der Kinder vor sexuellen Übergriffen in das Erziehungskonzept der Schule übernommen. Bereits im März konnten sich viele Lehrkräfte und Eltern im Rahmen einer Präsentationsveranstaltung im Theater- und Konzertsaal am Borkener Damm von der hervorragenden Qualität dieses Theaterprojektes überzeugen.
Hier nun der Bericht von Petra Roters – Klassenlehrerin der Klasse 3b - über die Durchführung des Theaterprojektes an der Schule mit Schülerinnen und Schüler des 3. Jahrganges (~125 Kinder).

Mein Körper gehört mir

In den letzten drei Wochen erhielten die dritten Jahrgänge der Von-Galen-Schule, Gescher Besuch von zwei Schauspielern der theaterpädagogischen Werkstatt aus Osnabrück. Stefan Goronzi und Tanja Tenzer begrüßten die Kinder und unterhielten sich mit ihnen über ihre Arbeit und das Theaterstück. Dann wurde zunächst mit flotter Gitarrenbegleitung der „Körpersong“ einstudiert.

In der ersten Aufführung wurden in einer vertrauenerweckenden Atmosphäre den Kindern drei Alltagsszenen vorgespielt.
Die Schüler und Schülerinnen schauten sich die Szenen nicht nur an, sondern wurden zu Fragen und Gesprächen angeregt. Dabei wurde deutlich, dass die Kinder sehr deutlich verstanden, worum es ging. Sie gestalteten eifrig mit, analysierten und kommentierten die einzelnen Episoden.
In den zwei weiteren Aufführungen steigerten sich die Problemfälle und –härten. Die Teile bauten aufeinander auf und vertieften sich. Im Unterricht wurden die Szenen nachbereitet. So wurden die einzelnen Szenen noch einmal thematisiert, Bilder wurden dazu gemalt, der Körpersong wurde gesungen und im Alltag sollen Ja- und Nein-Gefühle thematisiert und benannt werden.
Es geht dabei nicht darum, den Kindern Angst zu machen. Die Szenen sind ansprechend und auch witzig angelegt, trotz der ernsten Thematik. Die zuschauenden Kinder sind ganz bei der Sache und erfassen, worum es geht:
Die Kinder bekommen ein Gefühl für ihren Körper. Sie bekommen die ausdrückliche Erlaubnis, auch „Nein“ sagen zu dürfen – und auch zu müssen! Die Kinder lernen, dass ihr Körper ihr persönliches Eigentum ist, für das sie Mitverantwortung tragen. Das Programm stärkt ihr Ich und ihr Selbstvertrauen, es stärkt die Bereitschaft zur Abwehr von Übergriffen und zur Suche nach der Hilfe Dritter. Es hilft den Kindern, Ja- und Nein-Gefühle zu unterscheiden und die Regeln zu lernen, Gefahrensituationen vorzubeugen.
Dieses Programm wird präventiv bei sexuellem Missbrauch eingesetzt.
Es geht bei diesem Theaterprojekt um Kraft, Energie, Mut und Zivilcourage. Es geht um Liebe, Macht und Vertrauen. Die Kinder werden aufgefordert, auf ihren Körper zu hören und ihre Gefühle deutlich zu benennen. „Nein“ und „Ja“ – Gefühle und Situationen werden deutlich und eindringlich thematisiert.
Am Ende des Projekts erhalten die Kinder die „Nummer gegen Kummer“ – eine kostenlose Nummer, die sie, wenn sie Probleme haben und niemanden, bei dem sie sich aussprechen können, anrufen können.

Die Kinder waren restlos begeistert von den Aufführungen. Die Darsteller waren „witzig und cool“, und „Nein!“ zu sagen – darin waren sich alle Kinder einig – darf und muss man auch!

 

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